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Die mit dem grünen Daumen

Susanne und Sophie sind in der Gärtnerei am Auhof ein Team

Es ist eine kleine Gruppe, die am frühen Morgen auf dem Acker steht. Die Sonne wärmt die vier Gärtnerinnen. Vor ihnen stehen Kisten mit Kopfsalat-Setzlingen, Eichblattsalat und Lollo Rosso. Behutsam pflanzen Susanne Klingl, Gärtnermeisterin Sophie Standfest und ihre Kolleginnen die zarten Pflänzchen in die Erde. Drei Beete warten noch auf Eichblatt und Co – die Frauen werden wohl den ganzen Tag damit zu tun haben. Mit anderem frischen Gemüse soll der Salat später in der Gärtnerei des Auhofs in Hilpoltstein verkauft werden.  

Susanne hat ihre Stärken entdeckt  

Susanne gehört zum Team der Auhof-Gärtnerei. Sie ist Beschäftigte der Werkstätten für Menschen mit Behinderung der Rummelsberger Diakonie. Vor 20 Jahren kam die 39-Jährige  an den Auhof. Zunächst machte sie Praktika in den verschiedenen Werkstattbereichen.  So fand Susanne heraus, wo ihre Stärken liegen und was ihr gefällt. „Jedenfalls nicht die Arbeit in der Schreinerei“, erinnert sie sich. Der Maschinenlärm und der Holzstaub in der Werkstatt waren nichts für die temperamentvolle Frau, die nie stillzustehen scheint. Sehnsüchtig schaute sie immer zur gegenüberliegenden Gärtnerei. „Ich will in die Gärtnerei!“ – Irgendwann brach es aus ihr heraus.   

Die beiden Frauen verbindet die Liebe zu ihrem Beruf  

Laufen, sich bewegen, die frische Luft – Susanne strahlt, ist braun gebrannt und sichtbar mit sich und ihrer Welt zufrieden. Das kommt auch durch Gärtnermeisterin Sophie. Die 25-Jährige begleitet Susanne beim Blumenpflanzen, beim Unkraut-Jäten und bei der Gemüseernte. Die beiden verstehen sich. Sie verbindet die Liebe zu ihrem Beruf, zu den Pflanzen. Und beide haben das, was eine Gärtnerin unbedingt haben sollte: einen grünen Daumen.
Seite an Seite arbeiten die beiden Frauen, wenn sie die Samen von Tomaten, Gurken, Sellerie und mehr eine Reihe nach der anderen mit Erde bedecken. Oder wenn sie die Sämlinge nach dem Keimen vereinzeln. „Pikieren“, nennt das Susanne. Ansonsten ist sie im Verkauf tätig. Im Gärtnerei-Laden ergänzt sie das Sortiment, damit keine Lücken entstehen. Holt beispielsweise Salat mit dem Wagen vom Gelände, gießt die Topfpflanzen oder stellt Paletten für den Verkauf im Großhandel zusammen.

Susanne hat ihren Platz gefunden  

Gärtnermeisterin Sophie findet es toll, wie selbständig und sorgfältig Susanne arbeitet. Denn Susanne sieht, welche Arbeiten erledigt werden müssen. Außerdem besitzt sie die nötige Geduld und Behutsamkeit im Umgang mit den winzigen Sämlingen, kann aber auch mal kräftig zupacken. Susanne hat ihren Platz gefunden. „Wunschlos glücklich“, sagt sie über sich.    

Text: Dorothée Krätzer  

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